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1. Hintergrund und beabsichtigte Verwendung

In X.500-basierten Verzeichnissystemen [X.500], einschließlich derer, auf die mit dem Lightweight Directory Access Protocol (LDAP) [RFC4510] zugegriffen wird, werden Distinguished Names (DNs) verwendet, um Verzeichniseinträge eindeutig zu bezeichnen [X.501][RFC4512].

Die Struktur eines DN [X.501] wird mit ASN.1 [X.680] beschrieben. Im X.500 Directory Access Protocol [X.511] (und anderen von der ITU definierten Verzeichnisprotokollen) werden DNs mit den Basic Encoding Rules (BER) [X.690] kodiert. In LDAP werden DNs in der in diesem Dokument beschriebenen Zeichenkettenform dargestellt.

Ein gemeinsames Format ist wichtig, um einen Distinguished Name eindeutig darstellen zu können. Das vorrangige Ziel dieser Spezifikation ist die einfache Kodierung und Dekodierung. Ein sekundäres Ziel sind für Menschen lesbare Namen. Es wird nicht erwartet, dass LDAP-Implementierungen mit einer menschlichen Benutzerschnittstelle diese Zeichenketten direkt dem Benutzer anzeigen, sondern dass sie höchstwahrscheinlich Übersetzungen vornehmen (etwa Attributtypnamen in der jeweiligen Landessprache ausdrücken).

Dieses Dokument definiert die Zeichenkettendarstellung von Distinguished Names, wie sie in LDAP [RFC4511][RFC4517] verwendet wird. Abschnitt 2 beschreibt den empfohlenen (RECOMMENDED) Algorithmus zur Umwandlung eines DN aus seiner strukturierten ASN.1-Darstellung in eine Zeichenkette. Abschnitt 3 beschreibt, wie ein DN aus einer Zeichenkette in eine strukturierte ASN.1-Darstellung umgewandelt wird.

Andere Dokumente mögen andere Algorithmen zur Umwandlung eines DN aus seiner strukturierten ASN.1-Darstellung in eine Zeichenkette definieren; alle Algorithmen MÜSSEN (MUST) jedoch Zeichenketten erzeugen, die den Anforderungen von Abschnitt 3 entsprechen.

Dieses Dokument definiert keine kanonische Zeichenkettendarstellung für DNs. Der Vergleich von DNs auf Gleichheit erfolgt gemäß der Matching-Regel distinguishedNameMatch [RFC4517].

Dieses Dokument ist integraler Bestandteil der LDAP-Technischen Spezifikation [RFC4510], die die zuvor definierte LDAP-Technische Spezifikation RFC 3377 vollständig obsoletiert. Dieses Dokument obsoletiert RFC 2253. Die Änderungen seit RFC 2253 sind in Anhang B zusammengefasst.

Diese Spezifikation setzt Vertrautheit mit X.500 [X.500] und dem Konzept des Distinguished Name [X.501][RFC4512] voraus.

1.1. Konventionen​

Die Schlüsselwörter „MUST“, „MUST NOT“, „REQUIRED“, „SHALL“, „SHALL NOT“, „SHOULD“, „SHOULD NOT“, „RECOMMENDED“, „MAY“ und „OPTIONAL“ in diesem Dokument sind gemäß BCP 14 [RFC2119] zu interpretieren.

Zeichennamen in diesem Dokument verwenden die Notation für Codepunkte und Namen aus dem Unicode Standard [Unicode]. Beispielsweise kann der Buchstabe „a“ entweder als <U+0061> oder als dargestellt werden.

Hinweis: Ein Glossar der in Unicode verwendeten Begriffe findet sich in [Glossary]. Informationen zum Unicode-Zeichenkodierungsmodell finden sich in [CharModel].