Zum Hauptinhalt springen

14. Uebertragung von Nachrichten durch einen Client

Dieser Abschnitt bewahrt den RFC-Text zu DHCPv6, einschliesslich Nachrichtenaustausch, Relay-Verhalten, DUIDs, IA_NA, IA_TA, IA_PD, DHCP-Optionen, RKAP-Authentifizierung, IANA-Registern, normativen Anforderungen und der Optionsvorkommensmatrizen im Anhang.

Originaler RFC-Text

14.  Uebertragung von Nachrichten durch einen Client

Sofern in diesem Dokument oder in einem Dokument, das beschreibt, wie
IPv6 ueber einen bestimmten Link-Typ transportiert wird (fuer
Link-Typen, die Multicast nicht unterstuetzen), nichts anderes
angegeben ist, sendet ein Client DHCP-Nachrichten an die Multicast-
Adresse All_DHCP_Relay_Agents_and_Servers.

DHCP-Server SHOULD NOT pruefen, ob die verwendete Layer-2-Adresse
Multicast war oder nicht, solange die Layer-3-Adresse korrekt war.

Ein Client verwendet Multicast, um alle Server oder einen einzelnen
Server zu erreichen. Ein einzelner Server wird angegeben, indem die
DUID dieses Servers in einer Server Identifier option (siehe
Section 21.3) in der Nachricht des Clients angegeben wird. (Alle
Server empfangen diese Nachricht, aber nur der angegebene Server
antwortet.) Alle Server sind gemeint, wenn diese Option nicht
bereitgestellt wird.

14.1. Ratenbegrenzung

Ein DHCPv6-Client MUST die Rate der DHCP-Nachrichten begrenzen, die er
sendet oder erneut sendet. Dies minimiert die Auswirkungen
anhaltender Nachrichtenbursts oder Schleifen, beispielsweise wenn ein
Client die Antwort eines Servers zurueckweist, die Anforderung
wiederholt und dieselbe Serverantwort erhaelt, die wiederum vom Client
zurueckgewiesen wird.

Diese Schleife kann sich unbegrenzt wiederholen, wenn kein
Beendigungs-/Stoppmechanismus vorhanden ist. Daher darf ein Client
Uebertragungen nicht zu haeufig initiieren.

Eine empfohlene Methode zur Implementierung der Ratenbegrenzungs-
funktion ist ein Token Bucket (siehe Appendix A von [RFC3290]), der
die durchschnittliche Uebertragungsrate auf eine bestimmte Anzahl in
einem bestimmten Zeitintervall begrenzt. Diese Methode zur Begrenzung
von Burstiness garantiert ausserdem, dass die langfristige
Uebertragungsrate nicht ueberschritten wird.

Eine Uebertragungsratenbegrenzung SHOULD konfigurierbar sein. Ein
moeglicher Standardwert koennte 20 Nachrichten in 20 Sekunden sein.

Fuer ein Geraet mit mehreren Schnittstellen MUST die Begrenzung pro
Schnittstelle durchgesetzt werden.

Die Ratenbegrenzung weitergeleiteter DHCP-Nachrichten und
serverseitiger Nachrichten liegt ausserhalb des Umfangs dieser
Spezifikation.

14.2. Client-Verhalten, wenn T1 und/oder T2 0 sind

In bestimmten Faellen koennen T1- und/oder T2-Werte auf 0 gesetzt
werden. Derzeit gibt es zwei solche Faelle:

1. ein Client hat eine IA_NA option (siehe Section 21.4) mit einem
Nullwert empfangen

2. ein Client hat eine IA_PD option (siehe Section 21.21) mit einem
Nullwert empfangen

Dies ist ein Hinweis darauf, dass die renew- und rebind-Zeiten dem
Ermessen des Clients ueberlassen bleiben. Sie sind jedoch nicht
vollstaendig frei waehlbar.

Wenn T1- und/oder T2-Werte auf 0 gesetzt sind, MUST der Client einen
Zeitpunkt waehlen, um Nachrichtenstuerme zu vermeiden. Insbesondere
MUST NOT er sofort senden. Wenn der Client mehrere IA-Optionen
empfangen hat, SHOULD er renew- und/oder rebind-Uebertragungszeiten so
waehlen, dass alle IA-Optionen moeglichst in einem Austausch
verarbeitet werden. Der Client MUST renew- und rebind-Zeiten so
waehlen, dass die in Section 14.1 definierten
Ratenbegrenzungsvorgaben nicht verletzt werden.