10. Sicherheitsbetrachtungen
Sicherheitsaspekte werden in diesem Dokument an verschiedenen Stellen behandelt.
Zentrale Sicherheitsaspekte
Schlüssellänge
Die Sicherheit eines RSA-Schlüssels hängt stark von der Größe des Modulus ab. Empfohlene Mindestschlüssellängen sind:
- 2048 Bit: derzeitige Mindestempfehlung
- 3072 Bit: für Anwendungen mit hohem Schutzbedarf empfohlen
- 4096 Bit: für langfristige Schlüssel oder besonders hohe Sicherheitsanforderungen
Auswahl des Verfahrens
- RSAES-OAEP: ein Verschlüsselungsverfahren, das neue Anwendungen unterstützen MÜSSEN (REQUIRED)
- RSASSA-PSS: ein Signaturverfahren, dessen Einsatz für neue Anwendungen EMPFOHLEN wird (RECOMMENDED)
- PKCS1-v1_5: nur aus Kompatibilitätsgründen beibehalten; bekannte Schwächen sind vorhanden
Hinweise zur Implementierung
- Zufallszahlenerzeugung: Es MUSS ein kryptografisch sicherer Zufallszahlengenerator verwendet werden.
- Seitenkanalangriffe: Implementierungen SOLLTEN Timing-Angriffe und Leistungsanalyse verhindern.
- Fehlerbehandlung: Fehlermeldungen bei Entschlüsselungs- und Prüfvorgängen SOLLTEN vereinheitlicht werden, damit keine Informationen preisgegeben werden.
- Padding-Oracle-Angriffe: RSAES-PKCS1-v1_5 ist für Bleichenbacher-Angriffe anfällig; bei der Implementierung ist besondere Vorsicht erforderlich.
Hash-Funktionen
- Nicht verwenden: MD5, SHA-1 (gebrochen)
- Empfohlen: SHA-256, SHA-384, SHA-512
Schlüsselverwendung
- Einzelzweck: Ein RSA-Schlüsselpaar SOLLTE nur für ein Verfahren verwendet werden, entweder Verschlüsselung oder Signatur, nicht für beides.
- Schlüsselrotation: Schlüssel regelmäßig austauschen.
- Schutz privater Schlüssel: Private Schlüssel SOLLTEN verschlüsselt gespeichert werden; der Einsatz eines Hardware-Sicherheitsmoduls (HSM) ist eine bewährte Vorgehensweise.
Bekannte Angriffe und Gegenmaßnahmen
- Chosen-Ciphertext-Angriff: RSAES-OAEP bietet Schutz.
- Chosen-Message-Angriff: RSASSA-PSS bietet Schutz.
- Bleichenbacher-Angriff: Betrifft RSAES-PKCS1-v1_5.
- Timing-Angriffe: Bei Algorithmen mit konstanter Laufzeit und bei CRT-Beschleunigung ist Vorsicht geboten.
Siehe Abschnitt 6 zur Vermeidung der Verwendung desselben Schlüsselpaars in mehreren Verfahren.