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1. Einleitung

Dieser Abschnitt bewahrt den RFC-Text zu DHCPv6, einschliesslich Nachrichtenaustausch, Relay-Verhalten, DUIDs, IA_NA, IA_TA, IA_PD, DHCP-Optionen, RKAP-Authentifizierung, IANA-Registern, normativen Anforderungen und der Optionsvorkommensmatrizen im Anhang.

Originaler RFC-Text

1.  Einleitung

Dieses Dokument spezifiziert DHCP fuer IPv6 (DHCPv6), ein
Client/Server-Protokoll, das eine verwaltete Konfiguration von
Geraeten bereitstellt. Der grundlegende Betrieb von DHCPv6 stellt
Konfiguration fuer Clients bereit, die mit demselben Link wie der
Server verbunden sind. Ausserdem wird Relay-Agent-Funktionalitaet
definiert, um Kommunikation zwischen Clients und Servern zu
ermoeglichen, die sich nicht auf demselben Link befinden.

DHCPv6 kann einem Geraet von einem DHCPv6-Server zugewiesene Adressen
und andere Konfigurationsinformationen bereitstellen; diese Daten
werden in Optionen transportiert. DHCPv6 kann durch die Definition
neuer Optionen erweitert werden, um Konfigurationsinformationen zu
transportieren, die in diesem Dokument nicht spezifiziert sind.

DHCPv6 unterstuetzt ausserdem einen Mechanismus fuer die automatisierte
Delegation von IPv6-Praefixen. Durch diesen Mechanismus kann ein
Server Praefixe an Clients delegieren. Die Verwendung dieses
Mechanismus ist als Teil von [RFC7084] und durch [TR-187]
spezifiziert. Es ist zu beachten, dass diese Dokumente "requesting
router" und "delegating router" verwenden, wo dieses Dokument
entsprechend "client" und "server" verwendet.

DHCP kann auch nur zur Bereitstellung anderer Konfigurationsoptionen
verwendet werden (d. h. ohne Adressen oder Praefixe). Das bedeutet,
dass der Server keinen Zustand verfolgen muss; daher wird dieser Modus
"stateless DHCPv6" genannt. Die zur Unterstuetzung von stateless
DHCPv6 erforderlichen Mechanismen sind deutlich einfacher als die
Mechanismen, die zur Unterstuetzung von stateful DHCPv6 erforderlich
sind.

1.1. Beziehung zu frueheren DHCPv6-Standards

[RFC8415] lieferte eine vereinheitlichte, korrigierte und bereinigte
Definition von DHCPv6, die auch alle zum Zeitpunkt ihrer Erstellung
gegen aeltere RFCs eingereichten anwendbaren Errata abdeckte. Sie
machte ausserdem eine kleine Anzahl von Mechanismen obsolet:
verzoegerte Authentifizierung, lifetime und von einem Client gesendete
Timer-Hinweise.

Dieses Dokument obsoletiert [RFC8415]. Es wendet verifizierte
Errata-Berichte an und obsoletiert zwei Funktionen, die nicht weit
verbreitet implementiert wurden - die Zuweisung temporaerer Adressen
mit der Option IA_TA und die Erlaubnis fuer Clients, einige
Nachrichten direkt per Unicast an den Server zu senden, wenn der
Server einem Client in einem fruehen Austausch die Option Server
Unicast gesendet hat. Es klaert ausserdem die von Clients, Servern
und Relay Agents verwendeten UDP-Ports (Section 7.2). Siehe
Appendix A fuer eine Liste der Unterschiede zu [RFC8415].

1.2. Themen ausserhalb des Umfangs

Dieses Dokument spezifiziert DHCPv6-Verhalten. Serverrichtlinien,
etwa welche Optionen welchen Clients zugewiesen werden, welche
Subnetze oder Ressourcenpools verwendet werden, welche
Clientanforderungen abgelehnt werden sollen usw., liegen ausserhalb
des Umfangs dieses Dokuments.

Serverkonfiguration, -betrieb und -verwaltung liegen ebenfalls
ausserhalb des Umfangs. Ein Ansatz zur Verwaltung von DHCPv6-Relays
und -Servern ist in [RFC9243] spezifiziert.

Das Zusammenfuehren von DHCPv4-[RFC2131]- und DHCPv6-Konfiguration
liegt ausserhalb des Umfangs dieses Dokuments. [RFC4477] diskutiert
einige Probleme und moegliche Strategien fuer den gemeinsamen Betrieb
von DHCPv4- und DHCPv6-Diensten. Obwohl [RFC4477] etwas veraltet ist,
bietet es einen guten Ueberblick ueber die vorliegenden Probleme. Der
Konsens der IETF zum Zeitpunkt der Erstellung war, dass DHCPv4 statt
DHCPv6 verwendet werden sollte, wenn IPv4-Konfigurationsinformationen
an Knoten uebermittelt werden. Fuer IPv6-only-Netze beschreibt
[RFC7341] einen Transportmechanismus, um DHCPv4-Nachrichten unter
Verwendung von DHCPv6 fuer die dynamische Bereitstellung von
IPv4-Adresse und Konfigurationsinformationen zu transportieren.