4.8. Source-Specific Multicast (Quellenspezifisches Multicast)
Quellenspezifisches Multicast (Source-Specific Multicast, SSM) ist eine vereinfachte Teilmenge von PIM-SM, die sich auf das (S,G)-Kanalmodell konzentriert. Bei SSM geben Empfänger explizit an, von welchen Quellen sie Inhalte empfangen möchten, anstatt sich auf gemeinsame Bäume und RPs zu verlassen.
SSM-Hauptmerkmale
Unterschiede zu Standard-PIM-SM: Kein RP (SSM benötigt keinen Rendezvous Point), kein gemeinsamer Baum (verwendet nur quellenspezifische Kürzester-Pfad-Bäume), kein Register (Quellen-DR muss sich nicht beim RP registrieren), vereinfachtes Protokoll (kein (*,G)-Zustand und zugehörige Mechanismen erforderlich).
Vorteile: Einfacheres Protokoll, einfachere Bereitstellung, vermeidet RP-bezogene Komplexität und Ausfallpunkte, bessere Sicherheit (Empfänger kennen Quellen explizit).
SSM-Adressbereiche
IPv4 SSM-Bereich: 232.0.0.0/8. IPv6 SSM-Bereich: ff3x::/32. Diese Adressbereiche sind exklusiv für SSM-Verwendung reserviert.
Protokolländerungen
Bei Verwendung von SSM-Adressbereichen: Router erstellen nur (S,G)-Zustand, nicht (,G)-Zustand, suchen keinen RP, senden oder verarbeiten keine Register-Nachrichten, senden keine (,G) Join/Prune. Empfänger verwenden IGMPv3 oder MLDv2 quellenspezifische Joins.
PIM-SSM-Only-Router
Router können als SSM-only implementiert werden, ohne vollständiges PIM-SM zu unterstützen. Anforderungen: Unterstützung von (S,G) Join/Prune und Assert, IGMPv3/MLDv2 quellenspezifische Abfragen. Nicht erforderlich: RP-Erkennung, Register-Verarbeitung, (*,G)-Zustandsverwaltung, BSR-Mechanismus. Dies vereinfacht die Implementierung erheblich (~50% Codereduzierung).
Für detaillierte SSM-Spezifikationen siehe RFC 4607. Für IGMPv3 und quellenspezifische Joins siehe RFC 3376.