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10.1. Default Gateway (Standard-Gateway)

10.1. Default Gateway (Standard-Gateway)

Wenn ein PE eine Inter-Subnetz-Weiterleitung durchführen muss, bei der jedes Subnetz durch eine andere Broadcast-Domäne (z.B. ein anderes VLAN) dargestellt wird, wird die Inter-Subnetz-Weiterleitung auf Schicht 3 durchgeführt, und der PE, der eine solche Funktion ausführt, wird als Standard-Gateway für die EVPN-Instanz bezeichnet. In diesem Fall, wenn der PE eine ARP-Anfrage für die als Standard-Gateway-Adresse konfigurierte IP-Adresse empfängt, erstellt der PE eine ARP-Antwort.

Jeder PE, der als Standard-Gateway für eine gegebene EVPN-Instanz fungiert, KANN in der EVPN-Kontrollebene seine Standard-Gateway-MAC-Adresse unter Verwendung der MAC/IP Advertisement-Route ankündigen, und jeder solche PE gibt an, dass eine solche Route mit dem Standard-Gateway verbunden ist. Dies wird erreicht, indem die Route die in Abschnitt 7.8 („Default Gateway Extended Community") definierte Default Gateway Extended Community tragen muss. Das ESI-Feld wird auf null gesetzt, wenn die MAC-Route mit der Default Gateway Extended Community angekündigt wird.

Das IP Address-Feld der MAC/IP Advertisement-Route wird auf die Standard-Gateway-IP-Adresse für dieses Subnetz (z.B. eine EVPN-Instanz) gesetzt. Für ein gegebenes Subnetz (z.B. ein VLAN oder eine EVPN-Instanz) ist die Standard-Gateway-IP-Adresse über alle teilnehmenden PEs hinweg gleich. Die Einbeziehung dieser IP-Adresse ermöglicht es dem empfangenden PE, seine konfigurierte Standard-Gateway-IP-Adresse mit der in der MAC/IP Advertisement-Route für dieses Subnetz (oder diese EVPN-Instanz) empfangenen zu vergleichen, und wenn es eine Diskrepanz gibt, dann SOLLTE der PE den Betreiber benachrichtigen und eine Fehlermeldung protokollieren.

Sofern nicht a priori bekannt ist (durch Mittel außerhalb dieses Dokuments), dass alle PEs einer gegebenen EVPN-Instanz als Standard-Gateway für diese EVPN-Instanz fungieren, MUSS das MPLS-Label auf ein gültiges downstream zugewiesenes Label gesetzt werden.

Darüber hinaus, selbst wenn alle PEs einer gegebenen EVPN-Instanz als Standard-Gateway für diese EVPN-Instanz fungieren, aber nur einige, aber nicht alle dieser PEs über ausreichende (Routing-) Informationen verfügen, um Inter-Subnetz-Routing für den gesamten Inter-Subnetz-Verkehr zu bieten, der innerhalb des mit der EVPN-Instanz verbundenen Subnetzes entsteht, dann MUSS die Route, wenn ein solcher PE in der EVPN-Kontrollebene seine Standard-Gateway-MAC-Adresse unter Verwendung der MAC/IP Advertisement-Route ankündigt und angibt, dass eine solche Route mit dem Standard-Gateway verbunden ist, ein gültiges downstream zugewiesenes Label tragen.

Wenn alle PEs einer gegebenen EVPN-Instanz als Standard-Gateway für diese EVPN-Instanz fungieren und dieselbe Standard-Gateway-MAC-Adresse über alle Gateway-Geräte hinweg verwendet wird, dann ist keine solche Ankündigung erforderlich. Wenn jedoch jedes Standard-Gateway eine andere MAC-Adresse verwendet, dann muss jedes Standard-Gateway sich der MAC-Adressen anderer Gateways bewusst sein und daher die Notwendigkeit einer solchen Ankündigung. Dies wird MAC-Adress-Aliasing genannt, da ein einzelnes Standard-Gateway durch mehrere MAC-Adressen dargestellt werden kann.

Jeder PE, der diese Route empfängt und sie gemäß den in diesem Dokument spezifizierten Verfahren importiert, folgt den Verfahren in diesem Abschnitt, wenn er auf ARP-Anfragen antwortet, die er empfängt.

Jeder PE, der als Standard-Gateway für eine gegebene EVPN-Instanz fungiert und diese Route empfängt und sie gemäß den in diesem Dokument spezifizierten Verfahren importiert, MUSS einen MAC-Weiterleitungszustand erstellen, der es ihm ermöglicht, IP-Weiterleitung auf die Pakete anzuwenden, die für die in der Route getragene MAC-Adresse bestimmt sind.