4.1. Allgemeine Anforderungen
Der IPv6-CE-Router ist verantwortlich für die Implementierung von IPv6-Routing; das heißt, der IPv6-CE-Router muss die IPv6-Zieladresse in seiner Routing-Tabelle nachschlagen, um zu entscheiden, an welche Schnittstelle er das Paket senden soll.
In dieser Rolle ist der IPv6-CE-Router dafür verantwortlich sicherzustellen, dass Verkehr, der seine ULA-Adressierung verwendet, nicht über die WAN-Schnittstelle hinausgeht und nicht von der WAN-Schnittstelle stammt.
G-1: Ein IPv6-CE-Router ist ein IPv6-Knoten gemäß der IPv6 Node Requirements-Spezifikation [RFC6434].
G-2: Der IPv6-CE-Router MUSS ICMPv6 gemäß [RFC4443] implementieren. Insbesondere MÜSSEN Punkt-zu-Punkt-Verbindungen wie in Abschnitt 3.1 von [RFC4443] beschrieben behandelt werden.
G-3: Der IPv6-CE-Router DARF NICHT IPv6-Verkehr zwischen seinen LAN-Schnittstellen und seiner WAN-Schnittstelle weiterleiten, bis der Router den IPv6-Adress- und den delegierten Präfix-Erwerbsprozess erfolgreich abgeschlossen hat.
G-4: Standardmäßig DARF ein IPv6-CE-Router, der keine Standard-Router auf seiner WAN-Schnittstelle hat, sich NICHT als IPv6-Standard-Router auf seinen LAN-Schnittstellen ankündigen. Das heißt, das Feld "Router Lifetime" wird in allen von ihm ausgehenden Router Advertisement-Nachrichten auf null gesetzt [RFC4861].
G-5: Standardmäßig MUSS der IPv6-CE-Router, wenn er ein ankündigender Router ist und seine IPv6-Standard-Router verliert und/oder einen Konnektivitätsverlust auf der WAN-Schnittstelle erkennt, sich explizit als IPv6-Standard-Router auf jeder seiner ankündigenden Schnittstellen ungültig machen, indem er sofort eine oder mehrere Router Advertisement-Nachrichten mit dem auf null gesetzten Feld "Router Lifetime" überträgt [RFC4861].