3. Aktualisierungen der IPv4-ID-Spezifikation
Dieses Kapitel beschreibt die Aktualisierungen der IPv4-ID-Feldspezifikation zur Lösung des ID-Erschöpfungsproblems in Hochgeschwindigkeitsumgebungen.
3.1 IPv4-ID für atomare Datagramme
Atomare Datagramme sind IPv4-Datagramme mit gesetztem DF-Flag (Don't Fragment). Da diese nicht fragmentiert werden, wird das ID-Feld nicht für die Reassemblierung benötigt.
3.1.1 Sender-Verhalten
Für atomare Datagramme KANN (MAY) der Sender das ID-Feld auf einen beliebigen Wert setzen:
- Fester Wert: Alle atomaren Datagramme können denselben Wert haben (z.B. 0)
- Einfacher Zähler: Verwenden eines einfachen Zählers ohne Eindeutigkeitsanforderung
- Zufallswert: Generieren zufälliger ID-Werte für jedes atomare Datagramm
3.1.2 Empfänger-Verhalten
Für atomare Datagramme MUSS (MUST) der Empfänger das ID-Feld ignorieren:
- Nicht zur Duplikaterkennung verwenden
- Keine Annahmen über Bedeutung oder Reihenfolge machen
- Auf Transportprotokolle (wie TCP-Sequenznummern) verlassen
3.1.3 Zwischenknoten-Verhalten
Zwischenknoten beim Weiterleiten atomarer Datagramme:
- DÜRFEN NICHT (MUST NOT) das ID-Feld ändern
- DÜRFEN NICHT (MUST NOT) atomare Datagramme fragmentieren
3.2 IPv4-ID für nicht-atomare Datagramme
Nicht-atomare Datagramme sind IPv4-Datagramme ohne gesetztes DF-Flag. Diese können fragmentiert werden, daher muss das ID-Feld für die Reassemblierung verwendet werden.
3.2.1 Sender-Verhalten
Für nicht-atomare Datagramme MUSS (MUST) der Sender sicherstellen, dass das ID-Feld während des Reassemblierungs-Timeouts eindeutig ist.
3.2.2 Empfänger-Verhalten
Für Fragmente nicht-atomarer Datagramme MUSS (MUST) der Empfänger das ID-Feld zur Reassemblierung verwenden.
3.2.3 Zwischenknoten-Verhalten
Zwischenknoten beim Verarbeiten nicht-atomarer Datagramme:
- KÖNNEN (MAY) Datagramme fragmentieren, wenn die Größe die MTU überschreitet
- MÜSSEN (MUST) den ursprünglichen ID-Feldwert beibehalten
3.3 Beibehaltung des IPv4-ID-Verhaltens
In bestimmten Fällen können Geräte das traditionelle IPv4-ID-Verhalten beibehalten, wobei für alle Datagramme eindeutige ID-Werte generiert werden. Dies umfasst:
- Kompatibilitätsanforderungen: Interoperabilität mit älteren Geräten
- Spezielle Anwendungen: Anwendungen, die von ID-Eindeutigkeit abhängen
- Sicherheitsüberlegungen: Sicherheitsmechanismen, die ID-Zufälligkeit erfordern
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