Zum Hauptinhalt springen

6. Multiplexing, Bandbreite und Dienstgüte

Das Multiplexing von RTP und RTCP hat Auswirkungen auf die Verwendung des Dienstgüte-Mechanismus (Quality of Service, QoS), der Ströme verarbeitet, die durch ein Drei- oder Fünf-Tupel (Protokoll, Port und Adresse für Quelle und/oder Ziel) bestimmt werden. In diesen Fällen wird der RTCP-Strom beim Multiplexing mit dem RTP-Strom zusammengeführt. Daher muss der RTCP-Bandbreitenbedarf bei QoS-Reservierungen für den kombinierten RTP- und RTCP-Strom berücksichtigt werden. Aus RTCP-Sicht ist es jedoch vorteilhaft, für RTCP-Pakete dieselbe Behandlung wie für RTP zu erhalten, da dies genauere Statistiken für die von RTCP durchgeführten Messungen liefert.

Die für einen multiplexierten Strom erforderliche Bandbreite umfasst die Sitzungsbandbreite des RTP-Stroms zuzüglich der von RTCP genutzten Bandbreite. Im Normalfall wird die RTP-Sitzungsbandbreite in der SDP-Zeile "b=AS:" (oder "b=TIAS:" [11]) signalisiert, und der RTCP-Verkehr ist auf 5 % dieses Wertes begrenzt. Jede QoS-Reservierung SOLLTE daher für 105 % des "b=AS:"-Wertes vorgenommen werden. Wenn ein nicht standardmäßiger RTCP-Bandbreitenanteil verwendet wird, signalisiert durch die SDP-Zeilen "b=RR:" und/oder "b=RS:" [12], sollte jede QoS-Reservierung für eine Bandbreite gleich (AS + RS + RR) vorgenommen werden, wobei die RS- und RR-Werte aus der SDP-Antwort zu entnehmen sind.