Zum Hauptinhalt springen

4.4. Link State Advertisements (Link-State-Ankündigungen)

Für IPv6 hat sich der OSPF-LSA-Header leicht geändert, wobei das LS-Typ-Feld (LS Type) erweitert wurde und das Options-Feld (Options) in den Körper der entsprechenden LSAs verschoben wurde. Außerdem haben sich die Formate einiger LSAs etwas geändert (nämlich Router-LSAs, Network-LSAs, AS-External-LSAs und NSSA-LSAs), während die Namen anderer LSAs geändert wurden (Typ-3- und Typ-4-Summary-LSAs sind jetzt Inter-Area-Prefix-LSAs bzw. Inter-Area-Router-LSAs), und zusätzliche LSAs wurden hinzugefügt (Link-LSAs und Intra-Area-Prefix-LSAs). Der Diensttyp (Type of Service, TOS) wurde aus der OSPFv2-Spezifikation [OSPFV2] entfernt und ist nicht in den LSAs von OSPF für IPv6 codiert.

Diese Änderungen werden in den folgenden Unterabschnitten im Detail beschrieben.

4.4.1. The LSA Header (LSA-Header)

Sowohl in IPv4 als auch in IPv6 beginnen alle OSPF-LSAs mit einem Standard-20-Byte-LSA-Header. Der Inhalt dieses 20-Byte-Headers hat sich jedoch in IPv6 geändert. Die Felder LS Age (LS-Alter), Advertising Router (ankündigender Router), LS Sequence Number (LS-Sequenznummer), LS Checksum (LS-Prüfsumme) und Length (Länge) im LSA-Header bleiben unverändert, wie in den Abschnitten 12.1.1, 12.1.5, 12.1.6, 12.1.7 bzw. A.4.1 von [OSPFV2] dokumentiert. Die folgenden Felder haben sich jedoch für IPv6 geändert:

Options

Das Options-Feld wurde aus dem Standard-20-Byte-LSA-Header entfernt und in den Körper von Router-LSAs, Network-LSAs, Inter-Area-Router-LSAs und Link-LSAs verschoben. Die Größe des Options-Feldes wurde von 8 auf 24 Bits erhöht, und einige Bitdefinitionen haben sich geändert (siehe Anhang A.2). Zusätzlich wird ein separates PrefixOptions-Feld (Präfixoptionen) mit einer Länge von 8 Bits an jedes im Körper eines LSA angekündigte Präfix angehängt.

LS type (LS-Typ)

Die Größe des LS-Typ-Feldes wurde von 8 auf 16 Bits erhöht, wobei das höchstwertige Bit die Behandlung unbekannter Typen codiert und die nächsten zwei Bits den Flooding-Bereich (Flooding Scope) codieren. Siehe Anhang A.4.2.1 für die aktuelle Codierung des LS-Typ-Feldes.

Link State ID

Die Link State ID bleibt 32 Bits lang. Mit Ausnahme von Network-LSAs und Link-LSAs hat die Link State ID jedoch jede Adressierungssemantik verloren. Beispielsweise könnte ein IPv6-Router, der mehrere AS-External-LSAs originiert, damit beginnen, dem ersten eine Link State ID von 0.0.0.1 zuzuweisen, dem zweiten eine Link State ID von 0.0.0.2 und so weiter. Anstelle des IPv4-Verhaltens, die Netzwerknummer in der Link State ID des AS-External-LSA zu codieren, dient die IPv6-Link State ID einfach als Mittel zur Unterscheidung mehrerer LSAs, die vom selben Router originiert wurden.

Für Network-LSAs wird die Link State ID auf die Interface-ID (Interface ID) des Designated Routers auf dem Link gesetzt. Wenn ein Router ein Link-LSA für einen bestimmten Link originiert, wird seine Link State ID gleich der Interface-ID des Routers auf dem Link gesetzt.