4. Adresszuweisung und Routing-Aggregation (Address Assignment and Routing Aggregation)
Eines der Kernprinzipien von CIDR ist, dass die Adresszuweisung der Netzwerktopologie folgen sollte, um eine effektive Routing-Aggregation zu ermöglichen.
4.1. Provider-Aggregierbare Adressen (Provider Aggregatable Addresses)
Im CIDR-Modell erhalten Internet-Service-Provider (ISP) aggregierte Adressblöcke von regionalen Internet-Registrierungen (RIR), und weisen dann kleinere Präfixe aus diesen Blöcken ihren Kunden zu. Dieser hierarchische Ansatz ermöglicht es ISPs, alle Routen ihrer Kunden in ein einziges Präfix (oder wenige Präfixe) für globale Ankündigungen zu aggregieren, wodurch die Größe der globalen Routing-Tabelle erheblich reduziert wird.
Hauptmerkmale von Provider-Aggregierbaren (PA) Adressen:
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Topologische Bedeutung (Topological Significance): Die Zuweisung von PA-Adressblöcken spiegelt die Netzwerktopologie wider und ermöglicht eine auf Konnektivitätsbeziehungen basierende Aggregation.
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Hierarchische Struktur (Hierarchical Structure): Der hierarchische Fluss von Adressen von IANA → RIR → ISP → Kunde unterstützt Aggregation auf mehreren Ebenen.
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Umnummerierungsanforderungen (Renumbering Requirements): Wenn ein Kunde den Service-Provider wechselt, kann eine Umnummerierung erforderlich sein, um die Aggregationseffizienz aufrechtzuerhalten.
4.2. Provider-Unabhängige Adressen (Provider Independent Addresses)
Im Gegensatz zu PA-Adressen werden Provider-Unabhängige (PI) Adressen direkt an Endorganisationen zugewiesen und stammen nicht aus dem Adressblock eines bestimmten ISP.