4. Encryption and Checksum Specifications (Spezifikationen für Verschlüsselung und Prüfsummen)
4. Encryption and Checksum Specifications (Spezifikationen für Verschlüsselung und Prüfsummen)
Overview (Überblick)
Dieser Abschnitt spezifiziert die Verschlüsselungs- und Prüfsummenmechanismen im Kerberos-Protokoll. Kerberos V5 ist so ausgelegt, dass mehrere Verschlüsselungs- und Prüfsummenalgorithmen unterstützt werden können (cryptographic agility).
Key Concepts (Grundbegriffe)
Encryption Types (Verschlüsselungstypen)
Kerberos verwendet verschiedene Verschlüsselungsalgorithmen, identifiziert durch Encryption-Type-Nummern (etype). Jeder Verschlüsselungstyp legt fest:
- den Verschlüsselungsalgorithmus
- die Schlüsselerzeugung
- Chiffrenmodi und Parameter
Checksum Types (Prüfsummentypen)
Integritätsmechanismen werden durch Prüfsummentyp-Nummern (checksum type) bezeichnet. Prüfsummen liefern:
- Integritätsschutz
- Erkennung von Manipulation
- Authentifizierung (wenn schlüsselgebunden)
Cryptographic Requirements (Kryptografische Anforderungen)
General Principles (Allgemeine Grundsätze)
- Alle Verschlüsselung muss klar definierte, registrierte Algorithmen verwenden
- Schlüssel müssen ordnungsgemäß erzeugt und verwaltet werden
- Zufallswerte müssen mit kryptografisch starken Zufallszahlengeneratoren erzeugt werden
- Implementierungen sollten kryptografische Agilität unterstützen
Algorithm Profiles (Algorithmusprofile)
Jeder mit Kerberos genutzte Verschlüsselungsalgorithmus muss festlegen:
- Verfahren für Ver- und Entschlüsselung
- Schlüsselerzeugung aus Passwörtern oder Zufallsdaten
- Berechnung kryptografischer Prüfsummen
- Berechnung des Message Integrity Code (MIC)
- Pseudo-Random Function (PRF) für Schlüsselableitung
Mandatory Implementations (Verbindliche Implementierungen)
Bestimmte Verschlüsselungstypen sind für die Interoperabilität erforderlich. Konkrete Vorgaben siehe Abschnitt 8.
Key Usage Numbers (Key-Usage-Nummern)
Unterschiedliche Schlüsselverwendungen im Protokoll werden durch Key-Usage-Nummern unterschieden, damit Schlüssel für einen Zweck nicht für einen anderen wiederverwendet werden können (Vermeidung von Cross-Protokoll-Angriffen).
Cryptographic Profiles (Kryptografische Profile)
Detaillierte kryptografische Profile sind in separaten Dokumenten definiert (RFC 3961, RFC 3962, RFC 4757 usw.) und werden durch Verweis einbezogen.
Reference (Referenz)
Vollständige technische Details und Algorithmusspezifikationen:
- RFC 4120 Abschnitt 4
- RFC 3961 – Encryption and Checksum Specifications
- RFC 3962 – AES Encryption for Kerberos 5