2.5. Proxiable and Proxy Tickets (Proxy-fähige und Proxy-Tickets)
2.5. Proxiable and Proxy Tickets (Proxy-fähige und Proxy-Tickets)
Überblick
Gelegentlich muss ein Principal einem Dienst erlauben, in seinem Namen eine Operation auszuführen. Der Dienst muss die Identität des Clients annehmen können, aber nur für einen bestimmten Zweck.
PROXIABLE-Flag
Das PROXIABLE-Flag in einem Ticket:
- wird in der Regel nur vom Ticket-Granting Service ausgewertet
- kann von Anwendungsservern ignoriert werden
- teilt dem TGS bei gesetztem Flag mit, dass es in Ordnung ist, ein neues Ticket (aber kein TGT) mit einer anderen Netzwerkadresse auszustellen
- wird gesetzt, wenn der Client es bei der anfänglichen Authentifizierung anfordert
- standardmäßig fordert der Client, dass es bei Anforderung eines TGT gesetzt und bei Anforderung eines anderen Tickets zurückgesetzt wird
Anwendungsbeispiel
Ein Druckdienst-Client kann dem Druckserver einen Proxy geben, um auf die Dateien des Clients auf einem bestimmten Dateiserver zuzugreifen und so eine Druckanfrage zu erfüllen.
Netzwerkadressen
- Kerberos-Tickets sind oft nur von den im Ticket ausdrücklich genannten Netzwerkadressen aus gültig
- Als Richtlinienoption sind Tickets ohne angegebene Netzwerkadressen zulässig
- Bei Erteilung eines Proxys MUSS der Client die neue Netzwerkadresse angeben oder anzeigen, dass der Proxy von beliebiger Adresse aus verwendet werden soll
PROXY-Flag
Das PROXY-Flag setzt der TGS in einem Ticket, wenn er ein Proxy-Ticket ausstellt. Anwendungsserver:
- DÜRFEN dieses Flag prüfen
- DÜRFEN vom Agenten, der den Proxy vorlegt, zusätzliche Authentifizierung verlangen, um eine Nachvollziehbarkeit (Audit Trail) zu ermöglichen
Referenz
Vollständige technische Details finden sich in RFC 4120 Abschnitt 2.5.