7. Verkehrsklassen
Das 8-Bit-Traffic Class-Feld im IPv6-Header steht dem initiierenden Knoten und/oder den weiterleitenden Routern zur Verfügung, um verschiedene Klassen oder Prioritäten von IPv6-Paketen zu identifizieren und zu unterscheiden. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieser Spezifikation laufen zahlreiche Experimente, bei denen die IPv4-Type-of-Service- und/oder Precedence-Bits verwendet werden, um IP-Paketen verschiedene Formen von „Differentiated Service (differenziertem Dienst)" zu bieten, ohne explizite Flusseinrichtung zu verwenden. Das Traffic Class-Feld im IPv6-Header soll die Unterstützung ähnlicher Funktionen in IPv6 ermöglichen.
Es ist zu hoffen, dass diese Experimente letztendlich zu einem Konsens darüber führen, welche Verkehrsklassifizierung für IP-Pakete am nützlichsten ist. Detaillierte Definitionen der Syntax und Semantik aller oder eines Teils der IPv6-Traffic Class-Bits, ob experimentell oder für eine endgültige Standardisierung vorgesehen, werden in separaten Dokumenten bereitgestellt.
Die folgenden allgemeinen Anforderungen gelten für das Traffic Class-Feld:
o Die Dienstschnittstelle zu IPv6 innerhalb eines Knotens MUSS eine Möglichkeit bieten, mit der Protokolle der oberen Schicht den Wert der Traffic Class-Bits in von dieser oberen Schicht initiierten Paketen angeben können. Der Standardwert für alle 8 Bits MUSS null sein.
o Knoten, die eine bestimmte (experimentelle oder endgültig standardisierte) Verwendung einiger oder aller Traffic Class-Bits unterstützen, DÜRFEN die Werte dieser Bits in Paketen, die sie initiieren, weiterleiten oder empfangen, ändern, um die Anforderungen dieser bestimmten Verwendung zu erfüllen. Knoten SOLLTEN alle Traffic Class-Bits, für die sie keine bestimmte Verwendung unterstützen, ignorieren und unverändert lassen.
o Protokolle der oberen Schicht DÜRFEN NICHT davon ausgehen, dass der Wert der Traffic Class-Bits in einem empfangenen Paket derselbe ist wie der Wert, der von der Quelle des Pakets gesendet wurde.