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7. EXTERNE STANDARDS UND SPEZIFIKATIONEN

  1. EXTERNE STANDARDS UND SPEZIFIKATIONEN (EXTERNAL STANDARDS AND SPECIFICATIONS)

Viele Standardisierungsgremien außer der IETF erstellen und veröffentlichen Standarddokumente für Netzwerkprotokolle und -dienste. Wenn diese externen Spezifikationen eine wichtige Rolle im Internet spielen, ist es wünschenswert, gemeinsame Vereinbarungen über ihre Verwendung zu treffen -- d.h. Internetstandards zu etablieren, die sich auf diese externen Spezifikationen beziehen.

Es gibt zwei Kategorien externer Spezifikationen:

(1) Offene Standards (Open Standards)

  Verschiedene nationale und internationale Standardisierungsgremien wie ANSI, ISO, IEEE und ITU-T entwickeln eine Vielzahl von Protokoll- und Dienstspezifikationen, die den hier definierten Technischen Spezifikationen ähnlich sind. Nationale und internationale Gruppen veröffentlichen auch "Implementierungsvereinbarungen", die Applicability Statements analog sind und eine Menge implementierungsspezifischer Details erfassen, die sich mit der praktischen Anwendung ihrer Standards befassen. Alle diese werden für die Zwecke des Internet-Standardisierungsprozesses als "offene externe Standards" betrachtet.

(2) Andere Spezifikationen (Other Specifications)

  Andere proprietäre Spezifikationen, die im Internet weit verbreitet sind, können von der Internet-Gemeinschaft behandelt werden, als ob sie "Standards" wären. Eine solche Spezifikation wird im Allgemeinen nicht offen entwickelt, ist typischerweise proprietär und wird vom Anbieter, den Anbietern oder der Organisation kontrolliert, die sie produziert hat.

7.1 Verwendung externer Spezifikationen (Use of External Specifications)

Um Konflikte zwischen konkurrierenden Versionen einer Spezifikation zu vermeiden, wird die Internet-Gemeinschaft keine Spezifikation standardisieren, die einfach eine "Internet-Version" einer bestehenden externen Spezifikation ist, es sei denn, es wurde eine explizite kooperative Vereinbarung dazu getroffen. Es gibt jedoch mehrere Möglichkeiten, wie eine externe Spezifikation, die für den Betrieb und/oder die Entwicklung des Internets wichtig ist, für die Internet-Nutzung übernommen werden kann.

7.1.1 Einbeziehung eines offenen Standards (Incorporation of an Open Standard)

Ein Internet Standard TS oder AS kann einen offenen externen Standard durch Verweis einbeziehen. Beispielsweise beziehen viele Internetstandards den ANSI-Standardzeichensatz "ASCII" [2] durch Verweis ein. Wann immer möglich, soll die referenzierte Spezifikation online verfügbar sein.

7.1.2 Einbeziehung anderer Spezifikationen (Incorporation of Other Specifications)

Andere proprietäre Spezifikationen können durch Verweis auf eine Version der Spezifikation einbezogen werden, solange der Eigentümer die Anforderungen von Abschnitt 10 erfüllt. Wenn die andere proprietäre Spezifikation nicht weit verbreitet und leicht verfügbar ist, kann die IESG verlangen, dass sie als Informational RFC veröffentlicht wird.

Die IESG sollte im Allgemeinen keine bestimmte proprietäre Spezifikation gegenüber technisch gleichwertigen und konkurrierenden Spezifikation(en) bevorzugen, indem sie eine einbezogene Anbieter-Spezifikation "erforderlich" oder "empfohlen" macht.

7.1.3 Übernahme (Assumption)

Eine IETF-Arbeitsgruppe kann von einer externen Spezifikation ausgehen und sie zu einer Internet-Spezifikation entwickeln. Dies ist akzeptabel, wenn (1) die Spezifikation der Arbeitsgruppe in Übereinstimmung mit den Anforderungen von Abschnitt 10 bereitgestellt wird und (2) die Änderungskontrolle vom ursprünglichen Entwickler der Spezifikation für die Spezifikation oder für Spezifikationen, die von der ursprünglichen Spezifikation abgeleitet sind, an die IETF übertragen wurde.