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2. Motivation

Mit der weltweiten Verbreitung der TCP/IP-Technologie, einschließlich außerhalb des Internets selbst, nutzt eine zunehmende Anzahl nicht verbundener Unternehmen diese Technologie und ihre Adressierungsfähigkeiten ausschließlich für unternehmensinterne Kommunikation, ohne jede Absicht, sich jemals direkt mit anderen Unternehmen oder dem Internet selbst zu verbinden.

Das Internet ist über die Erwartungen aller hinaus gewachsen. Anhaltendes exponentielles Wachstum führt weiterhin zu neuen Herausforderungen. Eine Herausforderung ist die Sorge innerhalb der Community, dass der global eindeutige Adressraum erschöpft sein wird. Eine separate und weitaus dringendere Sorge ist, dass die Menge an Routing-Overhead über die Fähigkeiten der Internet-Service-Provider hinauswachsen wird. Es werden Anstrengungen unternommen, um diese Bedenken durch verschiedene Ansätze anzugehen. Diese Bemühungen umfassen die Entwicklung einer neuen Generation von IP (IPng) und Verbesserungen der aktuellen Nutzung von IP.

Die derzeit von der IANA empfohlene Adresszuweisungsstrategie für das bestehende IP besteht darin, dass Internet-Service-Provider (ISPs) Adressen an die von ihnen bedienten Unternehmen zuweisen. Dies ermöglicht eine Adresszuweisung, die Routing-Layer-Aggregation einbezieht, um zu verhindern, dass der Routing-Overhead mit Raten wächst, die von den Service-Providern des Internets nicht aufrechterhalten werden können, wenn die Anzahl der Internet-Hosts wächst.

Ein positiver Nebeneffekt dieser Strategie ist, dass die Rate der Zuweisung von IP-Netzwerknummern im Verhältnis zur Anzahl der im Internet benötigten Hosts erheblich verlangsamt wurde. Viele Unternehmen nutzen TCP/IP jedoch intensiv außerhalb ihrer Verbindung zum Internet, und die Absicht, sich mit dem Internet zu verbinden, ist an vielen solchen Standorten bestenfalls unklar.

Solche Unternehmen benötigen einen erheblichen Adressraum, da sie möglicherweise eine beträchtliche Anzahl von Hosts haben und keine Absicht oder keinen Plan haben, sich mit dem Internet zu verbinden, oder sich nur in ferner Zukunft verbinden. Tatsächlich kann es selbst wenn eine Entscheidung zur Verbindung getroffen wird, unmöglich sein, den Zeitpunkt einer solchen Verbindung so weit im Voraus vorherzusagen, und es kann sogar unmöglich sein zu bestimmen, ob die Reservierung von IP-Adressen erforderlich sein wird.

Für Netzwerke mit einer relativ geringen Anzahl von Hosts erscheint der administrative Aufwand für die Beschaffung eindeutiger IP-Adressen möglicherweise nicht gerechtfertigt. Andererseits können selbst große Unternehmen aus Datenschutz- oder Sicherheitsgründen nicht bereit sein, ihre interne Topologie offenzulegen, selbst wenn die Kosten dafür gering sein mögen.

Es ist vorteilhaft, einen klar unterscheidbaren Adressbereich für solche Hosts zu haben. Dies würde es Adresszuweisern ermöglichen, den Umfang und die Nutzung privater Adressen klar zu verstehen, sodass sie genauere Schätzungen des zukünftigen Adressbedarfs vornehmen können. Es würde auch die Router-Konfiguration erleichtern, um den Verkehr von innerhalb eines Unternehmens zum externen Internet zu verwalten.