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6. SUPPORT SERVICES (Unterstützungsdienste)

Dieser Abschnitt behandelt drei Kategorien von Unterstützungsdiensten: Domänennamen-Übersetzung, Host-Initialisierung und Remote-Management.

6.1 DOMAIN NAME TRANSLATION (Domänennamen-Übersetzung)

6.1.1 Einführung

Das Domain Name System (DNS) ist ein verteiltes Datenbanksystem zur Übersetzung von Hostnamen in IP-Adressen und umgekehrt. DNS ist wesentlich für den Betrieb des Internets.

Jeder Internet-Host muss (MUST) einen DNS-Resolver implementieren, um DNS-Server für die Namensauflösung abzufragen.

6.1.2 Protokoll-Durchgang

DNS arbeitet nach einem Client-Server-Modell:

  • Resolver: Client, der DNS-Server abfragt
  • Nameserver: Server, der auf DNS-Anfragen antwortet

DNS-Nachrichtenformat

DNS-Nachrichten bestehen aus:

  • Header: Enthält Anfrage-/Antwort-Flags und Zähler
  • Fragebereich: Enthält die Anfrage
  • Antwortbereich: Enthält Ressourceneinträge, die die Anfrage beantworten
  • Autoritätsbereich: Enthält NS-Einträge für autoritative Server
  • Zusatzbereich: Enthält zusätzliche hilfreiche Einträge

Ressourceneintrag-Typen

Gängige DNS-Ressourceneintrag (RR) -Typen umfassen:

  • A: IPv4-Adresse
  • AAAA: IPv6-Adresse
  • CNAME: Kanonischer Name (Alias)
  • MX: Mail-Exchanger
  • NS: Nameserver
  • PTR: Zeiger (Rückwärtssuche)
  • SOA: Start of Authority
  • TXT: Textzeichenfolgen

6.1.3 Spezifische Probleme

6.1.3.1 Ressourceneintrag-Caching

Ein DNS-Resolver sollte (SHOULD) Ressourceneinträge gemäß ihren Time-To-Live (TTL) -Werten zwischenspeichern. Der Resolver muss (MUST) die TTL-Werte respektieren.

6.1.3.2 Negatives Caching

Ein Resolver sollte (SHOULD) negatives Caching implementieren, um Informationen über nicht existierende Domänennamen oder Ressourceneinträge zwischenzuspeichern.

6.1.3.3 Mehrere Adressen

Wenn eine DNS-Anfrage mehrere Adressen zurückgibt, sollte (SHOULD) der Resolver alle Adressen versuchen, wenn die erste Verbindung fehlschlägt.

6.1.3.4 CNAME-Einträge

Ein Resolver muss (MUST) CNAME-Einträge korrekt handhaben, indem er der CNAME-Kette folgt, um die tatsächliche Adresse zu erhalten.

6.1.4 Zusammenfassung der DNS-Anforderungen

FunktionalitätAbschnittMUSTSHOULDMAYBemerkungen
DNS-Resolver implementieren6.1.1
Ressourceneinträge cachen6.1.3.1
TTL-Werte respektieren6.1.3.1
Negatives Caching implementieren6.1.3.2
CNAME-Einträge handhaben6.1.3.4
Mehrere Adressen versuchen6.1.3.3

6.2 HOST INITIALIZATION (Host-Initialisierung)

6.2.1 Einführung

Host-Initialisierung bezieht sich auf den Prozess, bei dem ein Host beim Start seine Konfigurationsparameter erhält. Gängige Protokolle für die Host-Initialisierung umfassen:

  • BOOTP: Bootstrap-Protokoll
  • DHCP: Dynamic Host Configuration Protocol
  • RARP: Reverse ARP

6.2.2 Protokoll-Durchgang

BOOTP/DHCP

BOOTP und DHCP ermöglichen es einem Host, seine IP-Adresse, Subnetzmaske, Standard-Gateway und andere Konfigurationsparameter von einem Server zu ermitteln.

Der Prozess umfasst typischerweise:

  1. Entdeckung: Client sendet eine Entdeckungsnachricht als Broadcast
  2. Angebot: Server bietet Konfigurationsparameter an
  3. Anfrage: Client fordert spezifische Parameter an
  4. Bestätigung: Server bestätigt die Konfiguration

6.2.3 Spezifische Probleme

6.2.3.1 Konfigurationsparameter

Ein Host-Initialisierungsprotokoll sollte (SHOULD) mindestens die folgenden Parameter bereitstellen:

  • IP-Adresse
  • Subnetzmaske
  • Standard-Gateway
  • DNS-Server-Adressen

6.2.3.2 Lease-Zeit

Für Protokolle wie DHCP, die gemietete Adressen verwenden, muss (MUST) der Client die Lease-Zeit einhalten und das Lease vor Ablauf erneuern.

6.2.4 Zusammenfassung der Initialisierungsanforderungen

FunktionalitätAbschnittMUSTSHOULDMAYBemerkungen
BOOTP/DHCP unterstützen6.2.1
Basis-Konfigurationsparameter bereitstellen6.2.3.1
Lease-Zeit einhalten6.2.3.2

6.3 REMOTE MANAGEMENT (Fernverwaltung)

6.3.1 Einführung

Remote-Management-Protokolle ermöglichen es Netzwerkadministratoren, Internet-Hosts aus der Ferne zu überwachen und zu verwalten. Das Hauptprotokoll für Remote-Management ist:

  • SNMP: Simple Network Management Protocol

6.3.2 Protokoll-Durchgang

SNMP verwendet ein Manager-Agent-Modell:

  • Manager: Verwaltungsstation, die Agents abfragt
  • Agent: Software, die auf verwalteten Geräten läuft und auf Anfragen antwortet

SNMP-Operationen

  • GET: Eine Verwaltungsvariable abrufen
  • GET-NEXT: Die nächste Verwaltungsvariable abrufen
  • SET: Eine Verwaltungsvariable ändern
  • TRAP: Asynchrone Benachrichtigung vom Agent an den Manager

Management Information Base (MIB)

Die MIB definiert die Struktur und Semantik von Verwaltungsinformationen. Jedes verwaltbare Objekt wird durch einen Object Identifier (OID) identifiziert.

6.3.3 Spezifische Probleme

6.3.3.1 SNMP-Implementierung

Ein Host kann (MAY) einen SNMP-Agent implementieren. Falls implementiert, sollte (SHOULD) der Agent mindestens MIB-II unterstützen.

6.3.3.2 Sicherheit

SNMP-Implementierungen sollten (SHOULD) community-basierte Zugriffskontrolle implementieren. Für SNMPv3 sollten (SHOULD) Implementierungen Authentifizierung und Verschlüsselung unterstützen.

6.3.4 Zusammenfassung der Verwaltungsanforderungen

FunktionalitätAbschnittMUSTSHOULDMAYBemerkungen
SNMP-Agent implementieren6.3.3.1
MIB-II unterstützen6.3.3.1
Zugriffskontrolle implementieren6.3.3.2