2. GENERAL ISSUES (Allgemeine Probleme)
Dieser Abschnitt diskutiert mehrere Themen, die für alle Anwendungs- und Support-Protokolle relevant sind.
2.1 Hostnamen und -nummern (Host Names and Numbers)
Das Internet-System verfügt über ein hierarchisches Hostnamen-System, das Domain Name System (DNS). Jeder Internet-Host hat eine oder mehrere IP-Adressen und kann einen oder mehrere Namen haben.
Ein Hostname besteht aus einer Sequenz von „Labels", die durch Punkte getrennt sind. Zum Beispiel: venera.isi.edu. Das rechteste Label wird als „Top-Level-Domain" (TLD) bezeichnet.
Anforderungen (Requirements)
- Ein Hostname DARF NICHT ausschließlich aus numerischen Labels bestehen (MUST NOT).
- Host-Software MUSS Hostnamen von mindestens 255 Zeichen Länge verarbeiten (MUST).
- Host-Software DARF KEINE Annahmen über das Format oder den Inhalt von Hostnamen treffen, die über die der DNS-Spezifikation hinausgehen (MUST NOT).
2.2 Verwendung des Domain Name Service (Using Domain Name Service)
Anwendungssoftware MUSS in der Lage sein, mit einem gegebenen Hostnamen umzugehen, der sich in mehrere IP-Adressen auflöst (MUST). Diese Situation tritt in mehreren Fällen auf:
- Lastverteilung (Load Sharing): Mehrere Hosts können denselben Dienst unter demselben Namen zur Lastverteilung anbieten.
- Multihoming: Ein einzelner Host kann mehrere Netzwerkschnittstellen mit unterschiedlichen IP-Adressen haben.
Namensauflösung (Name Resolution)
Wenn eine Anwendung einen Hostnamen in eine IP-Adresse auflösen muss, verwendet sie typischerweise das Domain Name System (DNS). Die Anwendung SOLLTE (SHOULD):
- Mehrere Adressen versuchen, wenn der erste Verbindungsversuch fehlschlägt
- Sich merken, welche Adresse für zukünftige Verbindungen erfolgreich war
- Angemessene Zeitüberschreitungen implementieren
Caching (Zwischenspeicherung)
Anwendungen KÖNNEN aufgelöste Adressen zwischenspeichern (MAY), müssen aber die vom DNS zurückgegebenen Time-To-Live (TTL)-Werte respektieren (MUST).
2.3 Anwendungen auf Multihomed-Hosts (Applications on Multihomed Hosts)
Wenn eine Anwendung auf einem Multihomed-Host eine Verbindung erstellt, MUSS die IP-Quelladresse eine der IP-Adressen des Hosts sein (MUST).
Für Multihomed-Hosts mit mehreren IP-Adressen:
- Die Anwendung KANN dem Benutzer ermöglichen, auszuwählen, welche lokale IP-Adresse verwendet werden soll (MAY)
- Wenn keine spezifische Adresse ausgewählt ist, wählt die IP-Schicht die Quelladresse basierend auf dem Routing
2.4 Service-Typ (Type-of-Service)
Anwendungsprotokolle SOLLTEN einen Mechanismus bereitstellen, mit dem Anwendungen den IP-Service-Typ (Type-of-Service, TOS) für TCP-Verbindungen oder UDP-Übertragungen angeben können (SHOULD).
Das TOS-Feld ermöglicht es einer Anwendung, spezifische Verarbeitungsmerkmale anzufordern:
- Niedrige Verzögerung (Low delay) (Verzögerung minimieren)
- Hoher Durchsatz (High throughput) (Durchsatz maximieren)
- Hohe Zuverlässigkeit (High reliability) (Zuverlässigkeit maximieren)
- Niedrige Kosten (Low cost) (Geldkosten minimieren)
2.5 ZUSAMMENFASSUNG DER ALLGEMEINEN ANWENDUNGSANFORDERUNGEN (GENERAL APPLICATION REQUIREMENTS SUMMARY)
| Funktionalität | Abschnitt | MUST | SHOULD | MAY | Anmerkung |
|---|---|---|---|---|---|
| Hostnamen >= 255 Zeichen verarbeiten | 2.1 | ✓ | |||
| Hostname nicht alle numerisch | 2.1 | ✓ | |||
| Mehrere Adressen pro Name unterstützen | 2.2 | ✓ | |||
| Mehrere Adressen bei Fehler versuchen | 2.2 | ✓ | |||
| DNS-TTL-Werte respektieren | 2.2 | ✓ | |||
| TOS-Spezifikation erlauben | 2.4 | ✓ |